Mit einem blauen Auge davongekommen...
01.01.2002
Der Josef kennt zwei verschiedene Wege von Ksar Ghilane nach Douz: Einen, der direkt durch dem Erg Smilet führt, und einen, der diesen auf übelster Piste umfährt (naja, die Pipelinepiste bis zur Teerstrasse zählen wir nicht zu den Möglichkeiten). Obwohl Stefan nochmal wiederholt, dass er gerne die Pistenumfahrung nehmen würde, stehen wir eine Stunde später mitten im übelsten Erg meiner Karriere. Der Erg Smilet besteht aus ecklig kurzen, kleinen Dünen aus ziemlich weichem Sand. Kaum hat man sich aufs Rauffahren eingerichtet gehts schon wieder runter und kaum unten geht's auch schon wieder rauf. Obwohl es mit der Adventure doch schwieriger ist als mit einer leichten Enduro, bin ich froh um diese letzte Herausforderung (vor allem, weil es doch ganz gut klappt).

Nach knapp zwei, sehr schweisstreibenden Stunden ist das Gröbste geschafft. Immer häufiger weichen die Dünen dem harten Untergrund. Bei einem kleinen Zwischenstop lege ich eine Pinkelpause ein und bin fest entschlossen, die anderen trotz der schwereren Maschine wieder einzuholen. Das klappt zuerst auch sehr gut, bis ich kurz vor erreichen der Piste nach Douz einen Absatz übersehe. Ich bremse anstatt Gas zu geben, ich vergesse, den Hintern nach hinten zu schieben, kurz: Ich kombiniere so ziemlich alle Fahrfehler, die man in einer solchen Situation machen kann. Als nächstes liege ich neben dem Moped und versuche den Killschalter zu erreichen. Dann der grosse Schreck: Ich seh auf dem rechten Auge nichts mehr! Ich reisse den Helm ab und stelle erleichtert fest, dass es nur komplett zugeschwollen ist. Da war wohl der Windschild im Weg, wie deutliche Spuren auf der Mopedbrille belegen.

Da ich auf einem Auge blind nicht fahren will, lasse ich mich vom LkW abholen. Auf dem Campingplatz von Douz klingt dann der Tag mit einem super Essen aus.