Silvester
31.12.2001
Für heute ist ein Ruhetag in Ksar Ghilane eingeplant. Während Rolf sich die (touristenfreien) Gärten der Oase ansieht, pflegt Berti liebevoll seinen Guzunga. Jörg, Josef, Uli und Willem wollen zuerst das Fort Ghilane und danach einen Tafelberg inmitten eines sehr weichen Ergs anfahren, während Stefan, Tom und ich den Tag mit lesen, schlafen und Karten schreiben geniessen.

Ach ja, da war ja noch was: Weil ich ja so ein supersportlicher Typ bin und zuhause auch viel jogge, beschliesse ich, mal eben locker zum Fort zu laufen. Was sind schon drei Kilometer hin und zurück für eine durchtrainierte Maschine wie mich? Auf jeden Fall ist nach knapp einem Kilometer für die doch nicht so durchtrainierte Maschine Schluss mit Laufen. Dass das Laufen im weichen Sand derart ermüdend ist, hätte ich nie gedacht und der Respekt für all die Leute, die in der Sahara Marathondistanzen laufen, wächst Meter für Meter. Das Fort Ghilane ist auf den ersten Blick nicht sehr spektakulär: Eine einstöckige Ruine mit eingefallenen Dächern. Als ich aber meinen Blick über die Wüste schweifen lasse und nirgends auch nur einen einzigen Stein sehe, frage ich mich, wie weit die Steine für dieses Fort wohl hertransportiert werden mussten.

Am Abend versuchen wir dann, ein bisschen Silvesterstimmung aufkommen zu lassen. Leider ist in Ksar Ghilane rein gar nichts los (bis auf ein paar müde Touristenparties, bei denen man uns entweder nicht reinlässt oder die lediglich aus ein paar betrunkenen Italienern bestehen) so dass ich gegen Mitternacht schlafen gehe. Ich erwache kurz, als vor meinem Zelt noch ein paar Signalraketen abgefeuert werden. Wenigstens hatten wir ein Feuerwerk...