| Heute ist der letzte Tag im Erg. Die Dünen werden flacher, der Untergrund härter und immer dichter stehen die kärglichen Gestrüppe beieinander. Kurz vor El Borma treffen wir auf die Überreste einer Piste, die uns direkt zu einer heissen Schwefelwasserquelle führt. Obwohl das Wasser wunderbar abstossend nach faulen Eiern stinkt, geniessen wir alle die erste Dusche nach Tagen. Hier hat uns das typische Tunesien wieder eingeholt: Wenn man etwas nicht mehr braucht, dann wirds nicht entsorgt, sondern an Ort und Stelle liegengelassen: Kardanwellen, Reifen, Gitter, Dosen und allerlei Eisenteile.
El Borma ist dann wieder einer dieser iritierenden Orte in der Wüste: Mitten in der Pampa, im absoluten Nirgendwo beginnt plötzlich eine asphaltierte Strasse, es kommen einem Autos entgegen, die nach den Gesetzen der Physik gar nicht hier sein dürften, und der Polizist hat einen Fernseher in seinem Büro. Und es wäre nicht Tunesien, wenn man sich zur Erledigung der Formalitäten nicht bei zwei verschiedenen Polizeiposten melden müsste.
Hinter El Borma fahren wir dann auf einer Piste weiter Richtung Pipelinpiste. Während die anderen dem Erg nachweinen, freu ich mich riesig auf ein bisschen Pistenheizen. Bald darauf tauchen kleine, rötliche Dünen auf, in denen wir uns einen Platz für die Nacht suchen. Und auch hier brennt wieder eines dieser mir unvergesslichen Lagerfeuer: Ein paar Biere, ein paar Geschichten aus dem Osten vom Uli, ein paar lockere Sprüche vom Stefan, ein paar Erzählungen aus Westafrika von Josef oder Berti und dazu die Möglichkeit, meine pyromanische Ader ausleben zu können.
|
|
|