BERTI UND JOSEF
19.12.2001
Um 22.30 Uhr ist es endlich soweit: Der Guzunga biegt auf den bis dahin sauberen Parkplatz der Wülflinger Poststelle ein. Der Guzunga ist ein alter Mercedes-LkW, der in den folgenden zwei Wochen all meine Habseligkeiten durch die tunesische Sahara transportieren wird. Vor der Post, in die ich schon als kleiner Junge die Briefe gebracht habe, steht jetzt also dieses Monster, Diesel tropft aus einem Tank, Dreck rieselt von den Kotflügeln, zwei überdimensionale Ersatzräder hängen hinten an der Hebebühne, die Sandbleche an der Seite. Als ob das noch nicht genug wäre, beginnen jetzt Josef und Berti (der Fahrer), den ganzen Inhalt des Guzungas auszuladen und auf dem Platz zu verteilen: Kisten, Festbänke, Ersatzräder, Kanister, Motorradreifen... Irgenwann wird noch in (oder besser auf) Josefs mobilem Büro der Papierkram erledigt bevor mein Moped endlich eingeladen wird. Josef hat sich gleichentags beim Schweissen die Hand verbrannt, welche jetzt friedlich vor sich hinblutet. Sein lapidarer Kommentar: "Passt scho!"

Also irgendwie hab ich mir das Ganze ein wenig anders vorgestellt, irgendwie organisierter. Aber als die beiden dann noch nebenbei eine Panne am LkW beheben, weiss ich eines: Die Jungs können improvisieren und das ist in Afrika wohl tausendmal mehr wert als Organisation. Und ausserdem sehen beide genauso robust aus wie diese stahlgewordene Ausgeburt an Geländegängigkeit: Passt scho!