Berend gibt zu bedenken, dass es jetzt schon 400km her ist, seit er das letzte Mal getankt hat. Ich kläre ihn darüber auf, dass mit der Adventure 570km mit einer Tankfüllung drin seien und dass das noch mindestens bis über den Paso di Gavia reichen würde. Bei unserem kleinen Abstecher zu einer Alp nach der Passhöhe ruckelt seine Adventure zum ersten Mal und kurz nach dem Denkmal für die vor 50 Jahren mit ihrem Lastwagen abgestürzten Alpini stellt sie ganz ab. Mir ist klar, dass ich jetzt am besten einfach die Klappe halte, und kann nur hoffen, dass Berend die Stille geniesst, während er zu Tal rollt.
Vor uns liegt nun der Tonale, ein im ersten WK hart umkämpfter Pass. Wir besuchen das Denkmal auf der Passhöhe und nehmen uns dann die Festungen am Nordhang vor. Ein Fahrverbotsschild schreckt uns ab und so laden wir uns unsere Wertsachen auf und beginnen, die Serpentinen zum Forte Zaccarana zu Fuss zu erklimmen. Der Schweiss rinnt uns bereits in Bächen herunter, wie uns ein Blick auf die Karte verrät, dass wir kaum einen Viertel der Strecke geschafft haben. Wir beschliessen, uns mit dem weiter unten liegenden Forte Mero zu begnügen, welches allerdings völlig zerstört wurde. Am Südhang haben wir mehr Glück: Wir entdecken kein Verbot und so kommen wir endlich in den Genuss einer anständigen Schotterstrecke voller Serpentinen im Schatten eines typisch norditalienischen Waldes. Am Ende des Weges finden wir das Werk Pozzi Alti, welches nach dem Krieg gesprengt wurde. Zum Glück hat der Sprengmeister nur halbe Arbeit geleistet, so dass wir uns wenigstens im halb eingestürzten Kellergeschoss umsehen können.
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