Die Bunker der Assiettakammstrasse
22.08.2002
Auf der Fahrt von Susa nach Sestriere legt Dirk auf seinem alten Flat-Twin ein ordentliches Tempo vor, so dass nur wenig Zeit bleibt, den Blick in die Landschaft schweifen zu lassen. Trotzdem schaue ich gleich im richtigen Moment auf, als die Wolken den Gipfel des berühmten, heute leider nicht mehr befahrbaren Chabertons freigeben. Die acht ehemaligen Geschütztürme über den Felsen lassen nur erahnen, was für ein Gefühl es wohl sein muss, diesen Berg mit dem Motorrad zu bezwingen.

Bei Sestriere trennen wir uns von Dirk und biegen in die Assiettakammstrasse ein, wo uns sogleich ein paar Quadfahrer entgegenkommen. Im Unterschied zu den Ducatitreibern Sardiniens tragen sie lange Hosen, dafür scheinen sie Helme für überflüssig zu halten. Tja, da kann man nur hoffen, dass die Jungs gesund bleiben... Die Strecke ist weniger nass als beim letzten Besuch, der bald aufkommende Nebel hingegen ist gleich geblieben. Unterhalb des Colle delle Finestre biege ich falsch ab (Richtung Dépôt), so dass wir uns kurz darauf vor dem wohl interessantesten Fort der Gegend finden. Da Marc glücklicherweise eine Taschenlampe dabei hat, steht einer ausgiebigen Besichtigung auch der unterirdischen Gänge und Gewölbe nichts mehr im Wege. Das Fort ist drei Stockwerke hoch und verfügt über einen gewaltigen Burggraben, der einst wohl mit einer Ziehbrücke ausgestattet war.

Nach der Erkundung des ebenfalls interessanten Fort Finestrello freue ich mich auf die geschotterte Passabfahrt. Isabel nimmt die ersten Kehren ziemlich zurückhaltend, doch nach wenigen Minuten kann sie meinem Tempo problemlos folgen. Tja, wenn das so weitergeht, werde ich künftig nur noch ihr Rücklicht sehen...