| Nach der Einquartierung auf dem Campingplatz "Nurapolis" besuchen wir das Santuario Santa Christina, wo uns vor allem das nuraghische Brunnenheiligtum begeister. Der "Pozze sacro" ist ein 3000 Jhre alter, unterirdischer Brunnen, dessen Treppe und Gewölbe derart perfekt behauen sind, dass man sich wundert, wie das ein steinzeitliches Volk zustande gebracht hat. Die Nuraghier haben sonst nur plumpe Hütten aus aufeinandergeschichteten, unbehauenen Steinen errichtet.
In Santa Lussúrgiu soll einer der letzten Schmiede die traditionellen sardischen Hirtenmesser in Handarbeit herstellen. Natürlich ist das für mich genau das richtige Andenken an diese Reise. Ausserdem soll im Nachbardorf Séneghe das beste Olivenöl Sardiniens gepresst werden und selbstverständlich können wir dafür etwas von dem spärlichen Platz auf den Motorrädern opfern. Leider stehen wir wenig später vor geschlossenen Toren. Tja David, wenn es im Reiseführer steht und dich deine Mutter noch extra dran erinnert, dass zu Ferragosto (Mariä Himmelfahrt) in Italien alles dicht ist, dann könnte da ja eventuell was dran sein.
Gegen Abned besichtigen wir noch die Ausgrabungen von Tharros - Eindrücklich gross zwar, doch leider sind die Tafeln weder auf Englisch noch auif Deutsch beschriftet und unser Italienisch reicht beim besten Willen nicht aus, um alles zu erfahren, was mich interessiert hätte. Da wir noch Geld brauchen, machen wir einen kurzen Umweg über Cábras. Also das Adjektiv kurz trifft es nicht ganz, denn die Sarden pflegen die Bancomaten erstaunlich gut in dunklen Hinterhöfen und schummrigen Seitengassen zu verstecken. Zur Tarnung und allgemeinen Verwirrung wird dann noch ein defekter Automat direkt an der Hauptstrasse montiert. Spät abends treffen wir wieder auf dem Campingplatz ein und genehmigen uns eine Pizza. Am Nachbartisch sitzen ein paar italienische Jugendliche, die den Kellnern heranpfeifen, als hätten sie Papas Geld selbst verdient. Schön, dass es solche Rotzlöffel also nicht nur bei uns in der Schweiz gibt.
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