Das Genuasyndrom
06.08.2002
Am acht Uhr früh denke ich noch, dass der Regen das Schlimmste ist, was heute kommt. Eine Stunde später weiss ich es besser: Zuerst ist das Licht ausgegangen, dann ist die Spannung im Cockpit zusammengebrochen und zu guter Letzt stirbt mir auf einer Autobahnbaustelle der Motor ab. Der Meister einer BMW-Werkstatt (Dass der hiesige KTM-Händler nur noch auf der Website von KTM existiert, sei nur am Rande bemerkt) selbst nimmt sich nun sofort meiner Maschiene an und findet den Fehler sofort: Als ich bei meiner gestrigen Schraubaktion den LiMa-Stecker zusammengeschoben hatte, wurde ein Kontakt aus dem Stecker gedrückt. Daher hat die Adventure von der Batterie gelebt, bis diese leer war. Als wir die Werkstatt eine Stunde später verlassen, bin ich sicher, dass es jetzt nur noch besser werden kann.

Weit gefehlt! Als wir kurz nach dem Gotthard eine Pause einlegen, entdecke ich eine bereits überlaufende Ölpfütze im Motorschutz von Isabels Adventure. Da wir in sechs Stunden in Genua sein müssen und der Ölstand noch im grünen Bereich ist, beschliessen wir, weiterzufahren und regelmässig ein Auge auf die Angelegenheit zu haben. Kurz vor der Grenze kommen wir dann an einem ziemlich üblen Verkehrsunfall vorbei. Glücklicherweise sind alle Beteiligten unverletzt, so dass von Isabel keine krankenschwesterlichen Handgriffe verlangt werden und wir weiterfahren können. Ich hoffe, dass das jetzt nicht jedesmal sein muss, wenn Genua unser Ziel ist, immerhin hatten wir das Duo aus Panne und Unfall schon beim letzten Mal.

Um 16.30 Uhr erreichen wir Genua, um 19.30 Uhr beziehen wir unsere Kabine auf der "Superba" und um 21.00 Uhr verlassen wir pünktlich den Hafen. Auf Deck geniessen wir den Anblick des aufkommendem Gewitter über der nächtlichen See (Phantastische Blitze!). Wie das Schiff dann in die Regenfront eintaucht, ist es mit dem Spass dann vorbei, da ich mich als ausgesprochene Landratte entpuppe, die mit dem Seegang nicht allzu viel anfangen kann. Na dann gute Nacht...