| Wir erklimmen den Col de Tende von der Nordseite, nur um da im Denzel zu lesen, dass die Südseite geschottert gewesen wäre. Also wieder runter vom Pass, durch den Tunnel und von der Südseite über sagenhafte 48 geschotterte Kehren wieder hinauf! Wir besichtigen ausgiebig des den Pass beherrschende Fort Central bevor wir uns ins letzte und mit 80km längste Abenteuer dieser Tour stürzen: Die Ligurische Grenzkammstrasse! Im ersten Teil wurde die Strasse in den nackten Fels gesprengt und ist mit grobem Schotter bedeckt und einigen ziemlich tiefen Auswaschungen durchzogen. Als wir und infolgedessen in einem reinen Endurogebiet wähnen, kommt uns ein italienisches Pärchen auf einem Roller entgegen. OK, offenbar gehts auch so.
Am Monte Tanarello werden wir (wieder einmal) von einem Gewitter überrascht. Wir haben Glück und verfahren uns so, dass wir direkt vor der gedeckten Kapelle zum stehen kommen. Wir stellen uns für ein gemütliches Picknick unter und versuchen durch den dichten Nebel den richtigen Weg zu erspähen. Als der Regen aufhört, folgen wir der Beschilderung eines Wanderwegs, der uns über einen ziemlich engen und unangenehm steilen Fussweg zum Passo di Tanarello führt. Auf dessen Rückseite erwartet uns extrem grober Schotter durchzogen mit nacktem Fels und fussballgrossen Brocken. Zusammen mit dem gerade gefallenen Niederschlag sorgt diese Passage für die krönende Herausforderung der Reise (und tatsächlich muss dann auch an dieser Stelle mein Bremshebel Federn lassen).
Zwei Stunden später erreichen Berend und ich in Arma di Tággia das Mittelmeer. Doch kaum haben wir das obligate Foto geschossen, schliesst "unsere" Wolke wieder auf und beginn ordentlich zu grollen. Wir beschliessen den Tag mit Köstlichkeiten aus dem Meer.
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