| Gastautor Berend: "Nach einer recht kühlen Überquerung des Colle dAgnello zweigen wir in Melle vom Varaita-Tal in Richtung Süden ab. Unser Ziel ist die Varaita-Maira-Kammstraße, die wir alsbald als leicht zu befahrende Schotterstraße vorfinden. Der Weg in westliche Richtung wird jedoch zunehmend rustikaler. Für zweispurige Fahrzeuge kaum mehr breit genug und mit bis zu fußballgroßen Steinen versehen führt er stetig bergan. Ein kurzer Schrecken fährt mir in die Glieder, als ich bemerke, dass sich meine Touratech-Cockpitplatte gelockert hat. Anstelle eines vermeintlichen Bruches stellt sich aber zum Glück eine losvibrierte Mutter (wer kennt das nicht bei einer LC4?) heraus. Einmal über der Baumgrenze geht es auf einer mit riesigen Wasserlachen übersäten Schotterstraße zum Colle di Sampéyre, auf dem wir nach Süden ins Maira-Tal abbiegen.
Der zweite Tagesprogrammpunkt sieht die Befahrung der Maira-Stura-Kammstraße vor. Wir verlassen das Maira-Tal nach Süden in Richtung Marmora und Préil. Ein Schotterweg führt uns auf ein wunderschönes, von Almwiesen überzogenes Hochplateau. Das Wetter ist uns diesmal gnädig und wir bestaunen die Farbenvielfalt der Landschaft, die durch ständige Licht-Schatten-Wechsel infolge rasch vorüberziehender Wolken verstärkt wird. Mit leichten Orientierungsschwierigkeiten wenden wir uns an ein wanderndes Ehepaar aus der Schweiz, das uns, nachdem sich David als Landsmann geoutet hat, freundlich lächelnd den Weg zum Colle Cologna weist. Den falschen, wie sich herausstellt und so haben wir Gelegenheit, das Plateau ein drittes Mal zu befahren. Vorbei an einer ehem. Befestigungsanlage erreichen wir den Colle del Mulo, von dem es auf einer schmalen Asphaltstraße hinab ins Stura-Tal geht. Über Demonte und Cúneo gelangen wir schließlich nach Limone Piemonte, unserem heutigen Etappenziel."
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