Mont Jafferau
16.07.2002
Heute morgen werden wir vom VW-Bus der Dänen sanft aus dem Schlaf gerissen. Das Wetter hat sich soweit verbessert, dass wir uns voller Vorfreude in die noch feuchten Motorradklamotten stürzen. An der Nordrampe des Colle delle Finestre begrüssen uns die ersten Schotterkehren, welche wir genüsslich durcheilen. Über uns trohnt majestätisch das Fort Finestrello, welches ich allerdings erst bei meinem nächsten Besuch im Piemont besichtigen werde. Wir folgen im weiteren der Assietta-Kammstrasse, welche sich dank dem niedrigen Schwierigkeitsgrad optimal zum Eingewöhnen eignet. Über den Colle dell'Assietta erreichen wir Sestriere, wo wir uns auf dem Wochenmarkt mit Verpflegung eindecken und ein herrlich knuspriges, vor Fett triefendes Grillhähnchen geniessen - Da mögen die Sportler sagen was sie wollen, aber für mich ist dies die ideale Verpflegung nach körperlicher Betätigung.

Von Salbertrand kommend, nehmen wir den Mont Jafferau in Angriff. Immer zahlreicher werden die kleinen Bodenwellen, die man wunderbar mit angehobenem Vorderrad überspringen kann, immer schneller nehmen wir sie in Angriff und immer grösser wird die Freude an dieser Wundermaschine aus Östereich! Wir machen einen kleinen Abstecher auf den Monte Pramand, der von einem eindrücklichen Fort beherrscht wird. Durch den abenteuerlichen Tunnel und den immer wiederkehrenden Nebel gelangen wir schliesslich auf den Mont Jafferau. Schwierig zu beschreiben, was eindrücklicher ist: Die phantastische Sicht, der Umstand, dass auch in diesem Gipfelfort einst Soldaten Sommer wie Winter gelebt haben, oder die Tatsache, dass man mit einem Motorrad an diesen spektakulären Ort gelangen kann.

Wir nehmen die südliche Abfahrt nach Savoulx und fahren von da über den Col de Montgenèvre und den Col d'Izoard nach Chateau Queyras - zum schönsten Campingplatz, den ich je gesehen habe!