Steirische Holzknechte
15.07.2002
Der Regen hört langsam auf und ich krieche missmutig aus dem Zelt: Kaum fahre ich mit der KTM in die Ferien, verschlechtert sich auch prompt das Wetter (Das ist statistisch untermauert!) - Petrus hat offensichtlich keine Adventure. Kurz nach dem Frühstück hellt sich der Himmel auf und die Wolken verziehen sich hangaufwärts. Meine Freude über die Wetterbesserung wird durch einen östereichischen Landroverfahrer etwas gedämpft: "Steigt der Nebel auf, bleibt der steirische Holzknecht zuhaus!". Ach was, was weiss der schon...

An diesem Tag habe ich genügend Gelegenheit, herauszufinden, was der weiss! Nähmlich dass, wenn der Nebel aufsteigt, der steirische Holzknecht zuhause bleibt, weil das Wetter dann einfach nur saumässig wird! Am kleinen Sankt Bernhard wird es leicht neblig, in Val d'Isère (sehr hässlich!) begint es zu regnen, auf dem Col de l'Iseran wird es kalt und am Col du Mont Cenis schüttet es aus Kübeln! Zum Teufel mit den verdammten Holzknechten! Zu meinem grossen Glück wurde die Strasse nach Susa vor kurzem neu asphaltiert, so dass sich der Niederschlag in einen herrlich öligen, schmierigen Film verwandelt, der die Rädern meiner Adventure trotz Schneckentempo immer wieder ins Rutschen bringt. In Susa trennen wir uns von Marcel, der an diesem Tag noch über 400km zurücklegen wird! Berend und ich verziehen uns in ein kleines Cafe, um unsere weitere Route zu planen. Trotz riesiger Vorfreude haben wir unter diesen Umständen keine Lust auf den Sommeiller (Den besuche ich dafür auf meiner nächsten Reise).

Auf dem Campingplatz von Bussoleno schlagen wir unser Zelt auf einem gedeckten Parkplatz auf, um uns im Trockenen ausbreiten zu können. Als eine dänische Familie dieselbe Idee hat, nehmen wir uns voll Schadenfreude vor, sie am nächsten Morgen mit unseren KTMs sanft aus dem Schlaf zu reissen.